Was ist ein Death Cafe? Wo finde ich ein Death Cafe?
Auf dieser Website finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen zur Idee der Death Cafes. Sie organisieren ein Death Cafe? Bitte beachten Sie die Frage am Ende dieser Website.
FAQ / Fragen & Antworten
Was ist ein Death Cafe?
Bei einem Death Cafe treffen sich Menschen, die einander oft nicht kennen, um bei Tee, Kaffee und Kuchen offen über den Tod zu sprechen. Es gibt keine
Tagesordnung, kein Thema und kein Ziel, zu dem die Teilnehmenden geführt
werden sollen. Es ist weder Therapie noch Trauerbegleitung, sondern ein
offenes Gespräch unter Gleichen.
Für jedes Death Cafe gelten vier Grundsätze: Es findet auf gemeinnütziger
Basis statt, bietet einen respektvollen und vertraulichen Rahmen,
verfolgt keine Absicht, die Teilnehmenden zu einem bestimmten Ergebnis,
Produkt oder einer Handlung zu führen – und es gibt Getränke und etwas
zu essen, gerne Kuchen.
Mehr dazu in englischer Sprache auf deathcafe.com/what.
Wo liegen die Unterschiede zwischen einem Death Cafe, einem Trauercafé und einer Trauergruppe?
Diese drei Formate werden im Deutschen leicht verwechselt, unterscheiden
sich aber grundlegend in Zielgruppe, Struktur und Absicht:
Ein Death Cafe richtet sich an alle Menschen, unabhängig davon, ob sie
aktuell trauern oder nicht. Es geht nicht um Trauerbewältigung, sondern
darum, die eigene Endlichkeit bewusster wahrzunehmen und offen darüber zu
sprechen. Die Gespräche sind themenoffen und ohne fachliche Anleitung im
therapeutischen Sinn.
Ein Trauercafé richtet sich gezielt an trauernde Menschen. Es ist ein
offenes, niedrigschwelliges Angebot, meist ohne Anmeldung, bei dem
Trauernde in ungezwungener Atmosphäre miteinander ins Gespräch kommen
können. Häufig sind ausgebildete Trauerbegleiter*innen anwesend, aber
eine aktive Teilnahme am Gespräch ist keine Pflicht.
Eine Trauergruppe ist das strukturierteste Format. Eine feste Gruppe von
meist sechs bis neun Personen trifft sich regelmäßig über einen längeren
Zeitraum, angeleitet von qualifizierten Trauerbegleiter*innen. Die
Treffen bauen oft inhaltlich aufeinander auf und verfolgen das Ziel, den
Trauerprozess aktiv zu begleiten.
Kurz gesagt: Ein Death Cafe ist für alle, die über den Tod reden wollen. Ein Trauercafé ist für Menschen, die trauern und Kontakt suchen. Eine Trauergruppe ist für Menschen, die ihre Trauer in einem begleiteten Prozess bearbeiten möchten.
Wer hatte die Idee für Death Cafes?
Die Idee geht auf den Schweizer Soziologen Bernard Crettaz zurück, der in Frankreich sogenannte "Café Mortels" veranstaltete. Der Brite Jon Underwood griff diese Idee 2011 auf und entwickelte daraus das Death-Cafe-Modell, gemeinsam mit der Psychotherapeutin Sue Barsky Reid. Das erste Death Cafe fand im September 2011 in Jons Wohnung in Hackney, East London, statt. Jon Underwood verstarb unerwartet am 27. Juni 2017. Seitdem wird Death Cafe ehrenamtlich von seiner Familie und Unterstützer*innen weitergeführt. Bis heute fanden weltweit über 23.000 Death Cafes in 97 Ländern statt.
Wer kann ein Death Cafe veranstalten?
Grundsätzlich jeder. Es gibt keine formale Qualifikation, die vorausgesetzt wird. Was zählt, ist die Bereitschaft, offen über den Tod zu sprechen, organisatorisches Geschick und ein hoher ethischer Anspruch. Death Cafe funktioniert als "Social Franchise": Wer sich an die Grundsätze hält, darf den Namen verwenden, Veranstaltungen auf deathcafe.com eintragen und gegenüber Medien als Death-Cafe-Veranstalter*in auftreten. Idealerweise hat man vorher selbst ein Death Cafe besucht. Die Moderation sollte von jemandem übernommen werden, der gut zuhören kann, Gruppensituationen souverän handhabt und in der Lage ist, auf schwierige Situationen angemessen zu reagieren. Fachpersonen, die beruflich mit Tod und Sterben zu tun haben, sind eingeladen, ihre professionelle Rolle dabei bewusst zurückzustellen – im Death Cafe begegnen sich alle als Menschen.
Gibt es einen Leitfaden zur Durchführung?
Ja. Auf deathcafe.com steht ein ausführlicher, englischsprachiger
Leitfaden kostenlos zur Verfügung, der alle praktischen Aspekte abdeckt:
Moderation, Veranstaltungsort, Verpflegung, Zeitplanung,
Öffentlichkeitsarbeit und den Ablauf der Veranstaltung selbst. Der Leitfaden
ist auch als PDF verfügbar.
Direkt zum Leitfaden: deathcafe.com/how.
PDF-Download: deathcafe.com/site_media/files/guide.pdf.
Die Genehmigung zu
einer deutschen Übersetzung ist angefragt.
Ist ein Death Cafe kostenlos?
Ja. Death Cafes haben keinen Eintrittspreis und schließen niemanden aus finanziellen Gründen aus. Es gibt zwei Modelle: komplett kostenlos oder mit dem Hinweis "Spenden willkommen". Kosten, die bei der Organisation entstehen, werden von den Veranstalter*innen selbst getragen oder durch Spenden gedeckt.
Darf ich im Rahmen eines Death Cafes für mein Unternehmen werben?
Nein. Death Cafe ist ausdrücklich keine Plattform zur Geschäftsförderung. Es ist in Ordnung, in der eigenen Biografie auf deathcafe.com den beruflichen Hintergrund zu erwähnen, aber im Death Cafe selbst hat geschäftliche Werbung nichts zu suchen. Dieser Grundsatz schützt die Offenheit und Glaubwürdigkeit des Formats.
Brauche ich eine Ausbildung als Trauerbegleiter*in?
Nein. Death Cafe ist bewusst kein therapeutisches Angebot und setzt keine formale Ausbildung voraus. Die moderierende Person sollte allerdings in der Lage sein, allen Aspekten des Themas Tod gelassen zuzuhören, eine Gruppe angemessen zu moderieren und bei Bedarf auf weiterführende Hilfsangebote verweisen zu können. Es ist empfehlenswert, zu zweit zu moderieren.
Wo kann ich Termine für Death Cafes veröffentlichen?
Auf deathcafe.com/accounts/register/. Dort erstellst du ein kostenloses Benutzerkonto und kannst deine Veranstaltung eintragen. Sie erscheint dann in der internationalen Übersicht und auf der Weltkarte. Beim Eintragen stimmst du den Grundsätzen von Death Cafe zu.